Bsal-Monitoring in Österreich
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Um die Bsal Verbreitung und damit verbundenen Gefahr für die Schwanzlurche in Österreich besser einschätzen zu können findet seit 2016 ein Bsal-Monitoring statt.
Dank der großartigen Unterstützung von ehrenamtlich arbeitenden und selbstfinanzierten Biologinnen und Biologen werden jährlich – wenn möglich dieselben – Schwanzlurchpopulationen überprüft. Mittlerweile konnte das Monitoring auf alle neun Bundesländer Österreichs ausgeweitet werden. Bis heute wurden so über 3.200 Hautabstriche heimischer Schwanzlurche an über 80 Standorten negativ auf den Krankheitserreger getestet. Besonders erwähnenswert ist auch, dass die Veterinärmedizinische Universität Wien seit zehn Jahren unsere Proben kostenfrei analysiert.
Wir freuen uns, dass unsere Bemühungen dazu geführt haben, dass im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal und darin beherbergten Rothwald, dem letzten Urwald Mitteleuropas, in dem sowohl Feuersalamander als auch Alpensalamander leben, die Besucherinnen und Besucher vor einer Führung die Schuhe und Ausrüstung desinfizieren und gleichzeitig über die Pilzerkrankung informiert werden.
Da der Pilz höchstwahrscheinlich seinen Ursprung in Asien hat und die Einschleppung durch Tiere in Haltung gegeben ist, wurden auch über 900 zusätzliche Proben von Tieren aus privater und Zoohaltung überprüft, die ebenso keinen Nachweis des Bsal-Pilzes ergaben.
Die Gefahr ist leider nicht gebannt, sondern steht vor unserer Haustür. Der nächstgelegene Standort in dem Bsal positive Tiere gefunden wurden ist nur etwa 50 km von der nördlichen Tiroler Landesgrenze entfernt. Mit unserem Monitoring können wir lediglich eine jährliche punktuelle Einschätzung wagen und sind auf Meldungen von Totfunden aus der Bevölkerung angewiesen, um rasch einen möglichen Ausbruch überprüfen zu können.
So kann man mitmachen
Informationen, wie jede und jeder mithelfen kann, nützliche Tipps sowie Kontaktpersonen in den jeweiligen österreichischen Bundesländern findet man in unserem Bsal-Folder, der über den beiliegenden QR-Code direkt am Handy abrufbar ist. Sowohl Ortsansässige als auch Österreich-Urlauber sind dringend dazu angehalten ihre Ausrüstung, insbesondere die Schuhe, gründlich zu reinigen, zu trocknen und wenn es schnell gehen muss zu desinfizieren, bevor sie den Lebensraum der Salamander betreten!
Der Allwetterzoo baut eine regionale Erhaltungszucht auf
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Noch hat Bsal das Münsterland nicht erreicht. Wenn der Erreger aber das Münsterland erreicht, dann kann es für die Feuersalamanderpopulationen kritisch werden, denn der Feuersalamander hat im Münsterland kein geschlossenes Verbreitungsgebiet und die Populationen sind teils sehr kleinräumig.
Tritt Bsal hier auf, kann eine gesamte Population schnell ausgerottet sein. Daher möchte der Allwetterzoo zusammen mit Behörden und Naturschutzorganisationen eine Reservepopulation aufbauen. Gefördert wird das von den Abfallwirtschaftsbetrieben in Münster. Die Anlage wird für Besucherinnen und Besucher einsehbar sein, enthält einen Bereich zur Überwinterung, aber auch für Salamander geeigneten Plastikkisten und ein Schauterrarium. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen typischen Zoo-Terrarien, die den Lebensraum kopieren und Zucht-Terrarien, die für die Erhaltungszucht stehen – und damit für die Unterbringung von rund 60 Individuen. Um eine solche Reservepopulation aufzubauen, werden Tiere der Natur entnommen. Die ersten wurden als Larven im Wolbecker Tiergarten gesammelt, nach dem sie mitten im November in eine Pfütze abgelaicht wurden, die dann drohte auszutrocknen. Zusätzlich werden in diesem Jahr noch adulte Tiere der Natur entnommen. Gegebenenfalls werden die Feuersalamander aus dem November wieder ausgewildert. Die Erhaltungszucht will der Allwetterzoo aber nicht alleine stemmen, denn die Tiere sollten auch in Kooperation mit Privathalterinnen und Privathaltern gehalten werden. Auch um die Infizierung der gesamten Reservepopulation durch einen Bsal Eintrag als Risiko zu minimieren.
Mehr Infos auf der Website des Allwetterzoo Münster.











